Skip to content

Die „Fabrik“ in Durbach

Wer in Durbach von der „Fabrik“ spricht, der erinnert sich an die ehemalige Zigarrenfabrik, die seit wenigen Tagen der Vergangenheit angehört.
„Durbach ist kein gewerbetreibender Ort. Es ist nur sog. Bedürfnisgewerbe vertreten. Im Jahr 1907 werden bei einer Berufs- und Gewerbezählung in Durbach nur 48 männlich selbständige im Gewerbe Tätige und 41 Gehilfen gezählt und 13 Selbständige und 14 Gehilfen im Handel und Verkehr“, so stellt Dr. Eugen Weiß in seinem Buch „Der badische Rebort Durbach in seiner wirtschaftlichen Entwicklung“ fest. Wirte und Müller waren unter diesen Gewerbetreibenden die kapitalkräftigsten, wobei selbst diese nebenbei noch Landwirtschaft und Weinbau betrieben. Die einzigen gewerblichen Maschinen waren in dieser Zeit ein Benzinmotor des Sägemüllers Kiefer im Obertal und eine Dreschmaschine. „Große“ Ausbeute erhoffte man sich um 1910 mit dem Betrieb von Steinbrüchen, welche insbesondere gutes Straßenmaterial lieferten. Ein wirtschaftlicher Aufschwung mit diesen Steinbrüchen blieb jedoch aus.
Bereits um das Jahr 1795 errichtete der Stockator Joachim Feihner aus Schuttern eine „Fabrik“ im Gewann „Herrenacker“. Feihner kam 1789 nach Durbach um die Stuckarbeiten beim Neubau der Pfarrkirche zu übernehmen. Er gestaltete insbesondere den Hochaltar und die beiden Seitenaltäre sowie die Kanzel (Gipsarbeiten) und erhielt hierfür 800 Gulden. *1) Im Jahre 1791 erwarb er für 1.000 Gulden zunächst zusammen mit seiner Ehefrau Maria Agatha Dannecker die Ölmühle im Unterweiler. Zur Vergrößerung seines Gewerbes erwarb er am 6. Oktober 1795 von Georg Bruder ½ Jeuch Sommeracker und gleichzeitig von Philipp Huber ein starck Viertel Feld aufm Herrenäckerle, angrenzend an die „Lohgaß“.*2) Hier errichtete er wohl eine größere Werkstatt (Fabrik), in der er das für seine Gipser- und Stuckarbeiten benötigte Material lagerte und herstellte.
Zur Verbesserung der Beschäftigung im Ort wurde bereits 1912 mit der Fa. Franz Geiger, Cigarrenfabriken in Oberweier (Lkrs. Lahr) eine Vereinbarung getroffen. Obwohl in Durbach selbst kein Tabak angepflanzt wurde nahm die Fa. in dem neuerbauten Scharf-Eck-Saal die Produktion von Zigarren auf. Neben dem Firmenchef Franz Geiger war die Durbacherin Maria Luise Bachroth die Werkleiterin. Nach ihr wurde auch eine der „Nobel-Zigarren“ mit „Maria-Luise“ benannt.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner